Die Wut treibt die Lohnabhängigen auf die Straße: Quer durch die Republik folgten dem Aufruf der IG-Metall zum Aktionstag Automobil am 21. September die Beschäftigten in hunderten Betrieben, vom größten Werk bis zum kleinsten Zulieferer. Genossinnen und Genossen der Revolutionären Linken waren in verschiedenen Werken dabei. Yahia Abu Nidal fasst ihre Live-Berichte zusammen
Die Konzernbosse reden von einer Existenzkrise, aber die Zahlen sagen etwas anderes. VW, Mercedes-Benz und Audi machen nach wie vor Milliardengewinne. Dennoch werden Standorte geschlossen und Zehntausende Stellen abgebaut. Die Beschäftigten sollen länger arbeiten und auf Löhne verzichten. Die IG Metall mobilisiert dagegen zu einem "Aktionstag Automobil" am 21. September. Es ist der richtige, erste Schritt, meinen Jens Feldmann und Karl Naujoks
Nachdem die Sparpläne der deutschen Autokonzerne bisher auf vergleichsweise wenig Widerstand gestoßen sind, scheint die Stimmung in einigen Werken nun zu kippen. Angesichts des Frontalangriffs der Bundesregierung auf den Sozialstaat, der verbreiteten Krisenstimmung und den anstehenden Tarifrunden ist die Wut groß. In den Gewerkschaften ist der Widerstandswille geweckt. Betriebsräte und Vertrauensleute bei Mercedes-Benz haben einen Offenen Brief geschrieben, der die Gewerkschaftsführung in die Pflicht nimmt.
Diese Woche treffen sich die Herrschenden der Welt in Davos zum „Weltwirtschaftsforum“. Mit dabei: 60 Staats- und Regierungschefs, sowie 1.600 „Wirtschaftsvertreter“. Darunter auch die Chefs deutscher Konzerne. Sie wollen den Eindruck vermitteln: Wir haben das System im Griff. Tatsächlich rutscht die Wirtschaft immer tiefer in die Stagnationskrise